Wer das Wasser beherrscht, kann Gesellschaft gestalten. Die Hydromacht zu quellkräftigen bedeutet, Quellen, Gewässer und Grundwasser als Grundlage demokratischer Handlungsfähigkeit zu bewahren und zu stärken. Hydromacht misst sich an der Resilienz von Grundwasserleitern, Flusslandschaften, Böden und gerechten Wasserkreisläufen… Mehr dazu beim Grenzlandgrünschnitt Nr. 281.
Vor 20 Jahren veröffentlichte der aus Algerien stammende Schriftsteller und Journalist Hamid Skif (1951 - 2011) den autobiographisch inspirierten Text „Erinnerung und Gewalt“. Er stand unter dem Eindruck des Irakkriegs, hat heute an Aktualität gewonnen und kann die Empfehlung des Grenzlandgrünschnitts Nr. 280 begründen, den Vermarktungsgehorsam zu spärben…
Noch gelten teilzeitarbeitende Männer nicht selten als ‘halbe Portion’. Noch sind Männer in der Kita oder in der Grundschule Mangelware. Noch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Jungen bis zum Alter von etwa 10 Jahren kaum realen Männern begegnen. Noch hat die Utopie einer friedlichen und egalitären Gesellschaft nicht ausgedient. Eine Voraussetzung dafür sei es, sich der Gefühlsnachrüstung bahnzuöffnen, behauptet der Grenzlandgrünschnitt Nr. 279.
Erlichten Menschen ihre Weltatemzellen da, wo sie aufhören, sich hinter ihren Häusern, Meinungen und Gewissheiten zu verstecken? Zum Grenzlandgrünschnitt Nr. 278
Politische Genügsamkeit entsteht aus der stoischen Einsicht, das Unkontrollierbare hinzunehmen und nur das beeinflussen zu wollen, was in der eigenen Macht liegt. Besteht daher die wahre politische Kunst darin, die korrekte Form eines Protokolls zur Wirklichkeit zu erklären und in einer Vierminutendemokratie die ohnehin unlösbaren Streitereien und Konflikte nicht mehr auf die Tagesordnung zu setzen und beantwortete Fragen ins Nichts verschwinden zu lassen? Zwei Schwalmtaler Ausschussprotokolle lösten den Grenzlandgrünschnitt Nr. 277 aus…
Unübersichtlichkeit ist kein Ausnahmezustand mehr, sondern die Grundtemperatur der Gegenwart. Alte Gewissheiten zerfallen schneller als neue entstehen können. Die Versuchung ist groß, gesellschafliche Unordnung in individuelle Zuständigkeit zu übersetzen.
Wer überfordert ist, soll seine Resilienz stärken; wer scheitert, soll an sich arbeiten; wer Angst hat, soll seine Perspektive ändern. Strukturelle Krisen erscheinen so als private Defizite. [Mehr lesen…]
Der in den 1990er Jahren diskutierte Treibhauseffekt ist bis heute das Thermometer einer Produktionsweise, die Zukunft nur als Verlängerung der Gegenwart denken kann. Während die marktwirtschaftliche Rationalität Gegenwart in immer kürzere Verwertungszyklen zerlegt und Zukunft als bloße Fortschreibung des Bestehenden behandelt, verkörpern Bäume eine andere Temporalität: Sie wachsen langsam, entziehen sich der Logik unmittelbarer Rendite und stiften einen Nutzen, der nicht in Quartalszahlen aufgeht, aber – wie der Grenzlandgrünschnitt Nr. 275 nahelegt - unsere Wärmescham verdünnseln könnte…
Die großen Denker des Abendlandes haben wahrscheinlich nie einen 40-Grad-Tag in einer unklimatisierten Dachgeschosswohnung erlebt. Darum haben sie sich auch nicht mit der Frage beschäftigt, wie und was man denkt, wenn einem in Zeiten der Verdunstung das Gehirn zu schmelzen beginnt. Nur die Schweißnaht hält das zusammen, was auseinanderzufallen und wegzuschmelzen droht. Sie erzwingt das kluge Liegenbleiben und die Kunst der Unterlassung: Sudor ergo sum. Zum Grenzlandgrünschnitt Nr. 274
Mit der 18. Regionalplanänderung hat der Regionalrat Düsseldorf unter anderem vier neue Windenergiebereiche (mit einer Gesamtfläche von 64 Hektar) im über 5.000 Hektar großen Reichswald festgelegt. Das war politisch und rechtlich nicht unumstritten.
Kommunen sollen nicht sehenden Auges eine von ihr als rechtswidrig erkannte Regionalplannorm beachten müssen und gezwungen werden, Recht anzuwenden, von dessen Ungültigkeit sie überzeugt sind.
Der Kreis Kleve wehrt sich daher gegen diese Ausweisung. [Mehr lesen…]
Der streitbare Humanist Jean Ziegler brachte Menschen dazu, sich nicht mit dem kannibalistischen Kapitalismus abzufinden. Ziegler starb in einer Zeit, in der die globalen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit drastisch zurückgehen, während weltweit die Militärausgaben neue Rekordhöhen erreichen. Zieglers Tod ist auch ein Aufruf zur Umkehr, denn Hunger, Armut und Zerstörung sind keine Schicksale, sondern politische Entscheidungen. Lesen Sie mehr
Jede technische Errungenschaft bringt ihre eigenen Selbstverständlichkeiten hervor, die wir dann für unvermeidlich halten. Ein Perspektivwechsel kann den Sinn für Möglichkeiten schärfen und dabei helfen, das Erbe der Vergangenheit nicht mit Naturgesetzen zu verwechseln. Wenn wir verstehen, dass unsere Gegenwart gemacht ist, erkennen wir, dass sie veränderbar bleibt. Dieser Gedanke steckt hinter der Aufforderung des Grenzlandgrünschnitts Nr. 273
Am 1. Januar 2027 werden die evangelischen Gemeinden in Dülken und Viersen im Rahmen eines gemeinsamen Aufbruchs zur Eva-Kirchengemeinde fusionieren. Wie will Eva das Viersener Bußgeschäft im kommenden Jahr mit den gottesdienstlichen Angeboten „Themenfrühstück“ und „Biblisches Whiskeytasting“ für die Zielgruppe 25 – 55 wettbewerbsfähiger gestalten? Welche Rolle spielen dabei Mystik und Mundgefühl? Was wird aus der innovativen Rauschliturgie zur Bußbeschleunigung? Lesen Sie im „Bündelmüll 006“ mehr zum Viersener Weg in eine neue sakralisierte Erlebnis- und Genussökonomie…